Gruselgeschichten

Zu diesem Thema haben alle Schüler der Klasse 5 d eine Reizwortgeschichte geschrieben. Jeder Schüler musste zunächst zu einer ihm bekannten Gruselgeschichte ca. sieben „Reizwörter“ auf einen Zettel schreiben und in einen Umschlag stecken. Dann durfte jeder sich einen Umschlag ziehen und zu diesen Wörtern gemäß den zuvor geübten Regeln für gutes, anschauliches Erzählen eine Gruselgeschichte schreiben. Aus einem Pool von zwölf in die engere Wahl kommenden Erzählungen hat die Klasse 5 d diese vier Geschichten als die besten ausgewählt.

Viel Spaß beim Lesen
Hasso Langenfeld
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Die schwarze Katze

Die Klasse 5 wandert heute hoch zur Burg Drachenstein und übernachtet dort zwei Tage. Alle wa-ren pünktlich um 10:00 Uhr an der Schule, bis auf Tom. Der Klassenlehrer zählte noch einmal durch, aber er kam nur bis 18, denn dann klingelte sein Handy.

Es war Toms Mutter. Es dauerte nicht lange, da hatte er schon aufgelegt und bat um Ruhe: „Das war Toms Mutter, sie bringt Tom wegen Halsschmerzen erst morgen zur Burg Drachenstein.“ Es herrschte lautes Geschimpfe von Julia, Nadine und Lisa. Julia schrie: „Das ist gemein! Tom wird gebracht und wir müssen wandern.“ Mit 30 Minuten Verspätung gingen sie dann los.

Als sie nach drei Stunden endlich ankamen, waren alle atemlos und erschöpft. Sie begrüßten zu-nächst den Herbergsvater, denn schließlich bringt ER die Kinder auf ihre Zimmer.

Als alle untergebracht waren, rief der Klassenlehrer, Herr Hollem: „Ich gebe euch zehn Minuten und dann kommt ihr runter zum Essen.“

Alle beeilten sich, da sie nach der Wanderung sehr hungrig waren. Das Essen schmeckte köstlich und das hörte man auch. Als alle fertig waren, verkündete Herr Hollem: „Liebe Kinder, ihr könnt jetzt für eine Stunde auf euer Zimmer gehen und eure Sachen ausräumen. Wenn ihr fertig seid, dann kommt ihr wieder runter.“ Die ganze Klasse rannte die Treppe hoch. Jan, Paul, Janis und Max waren als erste wieder unten. Doch schon nach kurzer Zeit hörte man die anderen mit hefti-gen, lauten Schritten die Treppe herunterkommen. Jan fragte: „Und was machen wir jetzt?“ Der Herbergsvater antwortete darauf nur: „Ihr werdet schon sehen, kommt mir einfach nach.“ Er führte die Kinder und Herr Hollem durch die ganze Burg, zu den Kerkern, zu dem Kaminzimmer, zu der Bibliothek und zu vielen anderen Zimmern. Als es 19:00 Uhr war, flüsterte der Herbergsvater: „Wir gehen jetzt ins Kaminzimmer und ich erzähle euch über Burg Drachenstein eine spannende Le-gende.“

Im Kaminzimmer brannte der Kamin schon. Der Herbergsvater zündete noch ein paar Kerzen an und setzte sich dann in die Runde. Es war sehr gruselig, da der große und dunkle Raum nur durch die Kerzen und den Kamin beleuchtet war. Er fing an zu erzählen: „Vor vielen Jahren regierte auf Burg Drachenstein eine böse Hexe. Alle, die sie nicht mochten, verhexte die Hexe. Doch eines Tages kam ein noch stärkerer Zauberer in das Dorf, da verwandelte sie sich in eine schwarze Kat-ze. Und eine Sage sagt, dass sie hier in der Burg herumstreunt, und wer sie sieht, der hat, solange er auf der Burg ist, Pech.“ Der Lehrer sagte: „So, jetzt müsst ihr ins Bett.“ Als es Morgen war, setz-ten sich alle an den Frühstückstisch, und da kam auch Tom mit dazu. Als Herr Hollem aufstand, brüllte er: „Wir machen heute eine Rallye durch die Burg. Alle werden nach Zimmern in einer Gruppe verteilt sein.“ Nach einer Stunde eifrigen Lösens von Aufträgen waren alle außer Tom, Jack, Eddy und Michael fertig.

Die drei fluchten: „Das ist gemein, nur wegen Tom haben wir verloren!“ Darauf antwortet Tom: „Sorry, aber auf dem Rückweg habe ich eine süße schwarze Katze gestreichelt und deswegen konnte ich mir die Antwort nicht merken.“ „Was, du hast die Katze gesehen?“, fragt Eddy erschro-cken. „Ja, wieso?“, antwortet Tom. „Gestern Abend hat uns der Herbergsvater eine Legende er-zählt und die ging so… .“

Als Tom das alles hörte, sagte er nur: „Daran glaub ich nicht!“ Doch es war so, denn es passierte am Abend noch etwas. Alle schliefen, nur Tom noch nicht, denn er hörte ein lautes Klappern. Er ging auf den Flur, sah einen kleinen Schatten, erstarrte und zitterte am ganzen Körper. Er dachte gleich an die schwarze Katze und huschte gleich wieder in sein Bett. Am nächsten Morgen fuhren sie wieder nach Hause. Tom schaute das letzte Mal aus dem Fenster.

Und was sah er da? Das Schloss, den Herbergsvater und die schwarze Katze. die ihn anschaute. Er war erleichtert, denn jetzt konnte er ja eigentlich kein Pech mehr haben. Ob er der schwarzen Katze wieder einmal begegnen würde, das werden wir wohl nie herausfinden.

Lara Hustic

Der Geist von New York

Ich wohnte in einem alten Haus in New York. Abends war es immer sehr dunkel, aber in letzter Zeit war es so dunkel wie noch nie.

Ich hatte das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt. Aus diesem Grund machte ich jeden A-bend mit zittrigen Fingern eine Kerze an und ging ängstlich durchs Haus. Anschließend legte ich mich ins Bett, als ich Schritte hörte. Sofort zog ich meinen Bademantel an und ging noch mal durchs Haus, fand jedoch nichts und niemanden. Nun lag ich wieder da. Als ich gerade einschlafen wollte, guckte ich in sechs rote Augen. Sie erschienen mir wie die Augen eines Vampirs, der gerade aus seinem Grab auferstanden war. Meine Kerze erlosch und es gab keinen Lichtfleck mehr, der mir Hoffung hätte geben können. Ich sank zusammen und schloss die Augen. Als ich meine Augen wieder öffnete, war alles so wie früher; die Kerze brannte, die Tür war verschlossen. Da lachte ich über mich selbst und ging wieder schlafen. Stunden später wachte ich auf, weil ich merkte, dass mein Kopfkissen nass war. Ich hatte so stark geschwitzt. In der anderen Ecke meines Zimmers sah ich eine Gestalt stehen. Ich be-wegte mich nicht mehr, ich dachte, dass mein Herz aufhört zu schlagen. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und schaute genauer hin. Ich sah jedoch nur meine Smokingjacke, die auf dem Kleiderständer hing und ihre sechs leuchtenden, roten Knöpfe schauten mich an wie Augen. Wieder musste ich lachen, diese Geschichte glaubt mir ja niemand. Sie hört sich an wie eine Geschichte, die sich eine Mädchengruppe ausgedacht hat. Fehlt nur noch, dass ich mit meiner Gestalt Blutsbrüderschaft geschlossen hätte und wir gemeinsam den Pfeifen-rauch einer Friedenspfeife in die Luft gepustet hätten.

Da ging meine Tür auf und dort stand ein echter Vampir. Aber es war ein Kind. Auch wenn es ein Vampir war, hatte ich nicht so viel Angst. Er fragte mich: „Warum bist du noch auf?“

Ich antwortete: „Weil ich mich vor meinem eigenen Smoking erschreckt habe. Ich dachte, dass mein Smoking ein Vampir wäre.“ „Ja echt, ich habe mich unsichtbar gemacht und bin dann mit deinem Smoking zu deinem Bett gegangen. Also hab ich dich erschreckt?“„Ja, aber so was von, dass ich mich gar nicht mehr rühren konnte. Ich bin sogar in Ohnmacht gefal-len.“

„Juhu, jetzt darf ich machen was ich will“, rief der kleine Vampir. „Warum darfst du jetzt ma-chen, was du willst?“ „Weil ich einmal jemanden erschrecken musste! Wollen wir Freunde werden?“ „Ja, gerne, denn wer hat schon einen Vampir zum Freund!“ Und dann spielten wir sehr oft zusammen.

Alexander Plum

Die Übernachtung

Eines Tages ging ich in mein Zimmer und machte meine Hausaufgaben. Plötzlich rief meine Mutter: „Hier ist ein Brief für dich.“ Sie übergab mir einen Umschlag, den ich sogleich öffnete. Als ich den Brief gelesen hatte, blieb mir der Mund offen stehen. Dort stand in großen Buch-staben:

SOFORT KOMMEN!

ANSCHRIFT: RESTAURANT „ALTES FACHWERKHAUS“,

WALDWEG 1!

Natürlich fuhr ich sofort mit meinem Fahrrad hin. Als ich dort ankam, schloss ich mein Fahr-rad ab und ging in das alte Fachwerkhaus. Ich hörte klappernde Fensterläden. Auf einmal kam mir der Gedanke, einen Lichtkegel gesehen zu haben. Frischer Wind wehte auf mich zu. Neben mir stand ein kleiner Tisch mit Kerzen und Streichhölzern. Ich zündete mir ein Licht an und ging die Treppe hinunter. Die Treppe roch modrig. Hin und wieder hörte man Türen knarren.

Schnell huschte ein Schatten neben mir her und ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Plötzlich überkam mich panische Angst. Durch den Wind flackerte die Flamme meiner Kerze und warf unheimliche Schatten an die Wände. Ich betrat einen Raum, der rechts neben der Treppe lag. Der Wind heulte durch die Schlagläden ins Innere des Kellers. Auf einmal rassel-ten Ketten hinter mir. Ich drehte mich um und konnte noch einen Schatten erkennen. Dann schlug die Tür mit einem ohrenbetäubenden Knall zu. Ich öffnete sie wieder, hechtete aus dem Raum und sah eine quietschende Ritterrüstung, die Ketten in den eisernen Händen hielt und auf mich zu ging. Ich wich ihr aus und lief wieder die Treppe hinauf. Auf der Hälfte des Weges hing von der Decke ein Klapperskelett herab. Ich schlug das ekelige Skelett zur Seite und lief trotz des Schocks und meiner immer größer werdenden Angst zur Eingangstür. Doch zu meinem Erstaunen war diese verschlossen. Deshalb rannte ich eine Treppe nach oben. Plötzlich kam ein weißes Gespenst auf mich zu und ich wurde von ihm, der Ritterrüstung und dem Skelett, die mir beide gefolgt waren, umzingelt.

Plötzlich ging das Licht an und die Wirtsleute des Fachwerkhauses, mein Opa und meine Oma, standen am Ende der Treppe. Sie fragten mich: „Na, wie hat dir unsere Geisterstunde gefallen?“ Ich antwortete: „Es war sehr aufregend!“ Dann sagten sie: „Möchtest du auf den Schreck jetzt etwas essen?“

Florian Tillmann

Urlaub auf einem Schloss

Eine Familie aus Dortmund wollte in den Sommerferien Urlaub auf einem Schloss in Frankreich machen. Das Ehepaar hat 2 Kinder, einen Jungen namens Felix und ein Mädchen namens Hannah. Am ersten Tag der Ferien ging es los. Nach der sechsstündigen Autofahrt erreichten sie das Schloss. Der Portier zeigte ihnen ihre Zimmer. Sie mussten eine schmale Treppe hoch, um ihr Zimmer oben im Turm zu erreichen.

Gleich nachdem sie Ihre Koffer ausgepackt hatten, sagte Hannah zu Felix: „Komm wir erkunden das Schloss.“ Sie fingen unten im Keller an und Felix entdeckte eine Tür. „Was hier wohl hinter ist?“ fragte er neugierig. Er drückte vorsichtig die Klinke hinunter – und die Tür war nicht verschlossen. Hannah schaute durch den Türspalt in einen dunklen Gang. „Schade, dass wir keine Taschenlampe haben“, meinte Felix. „Ich habe oben in meiner Tasche eine Lampe“, sagte Hannah, „sollen wir nach dem Abendessen nochmal hierher kommen?“ „ Ja, das machen wir!“, antwortete Felix. Sie schlossen die Tür und gingen zu ihren Eltern. Die Eltern warteten schon auf die Kinder und als die beiden kamen, fragte ihre Mutter: „Wo wart Ihr? Wir haben euch schon überall gesucht.“ „Wir haben uns das Schloss angesehen“, antworteten Hannah und Felix gleichzeitig. „Dann können wir ja jetzt essen gehen“, schlug der Vater vor. Alle vier gingen in den Speisesaal und setzten sich an einen Tisch. Ein Kellner servierte das Essen. Hannah sagte zu Felix: „Das Essen schmeckt gut, oder?“ „Ja“, antwortete Felix. Als alle fertig waren mit dem Essen fragte Hannah ihre Eltern: „Dürfen wir jetzt weiter das Schloss besichtigen?“ Die Mutter erlaubte es und so gingen die beiden wieder in den Keller. „Halt, die Taschenlampe!“, rief Felix, Hannah lief schnell hoch in ihr Zimmer und holte die Lampe. Als sie wieder unten war, schlichen sie zu der Tür, wo sie auch vor dem Essen waren. Felix öffnete sie langsam und Hannah leuchtete vorsichtig in den Gang. „Ihhh, da sind lauter Spinnenweben und Spinnen“, schrie Hannah leise. „Sollen wir weitergehen?“, flüsterte Felix. „Ja, komm“, sagte Hannah. Sie gingen in den Gang hinein und schlossen von innen die Tür. Es roch moderig und hin und wieder raschelte etwas neben ihnen. Felix hielt sich an Hannahs Pullover fest und Hannah zitterte ein wenig, weil es doch sehr unheimlich war. Aber sie wollten wissen, wo der Gang hinführt. Plötzlich hörten sie vor sich ein lautes Klopfen, als ob jemand gegen eine Wand haut. Hannah und Felix schrien laut auf, so eine Angst hatten sie, sie zitterten am ganzen Körper. Je weiter sie gingen, je lauter wurde das Klopfen, Pferdewiehern, Kettenrascheln. „Was ist das bloß?“, flüsterte Felix, „Sind das etwa Monster oder Geister, die sich hier im Gang versteckt haben?“ „Komm lass und weitergehen und nachschauen.“ forderte Hannah ihn mutig auf. Nach ungefähr fünf Minuten kamen sie an eine Tür. „Hoffentlich ist die Tür nicht verschlossen“, hoffte Hannah. Das Klopfen und Pferdewiehern war immer lauter geworden. Felix ging an Hannah vorbei und drückte die Klinke herunter. Sie hatten Glück, auch diese Tür war nicht verschlossen. Felix öffnete die Tür und staunte nicht schlecht, als sie plötzlich im Pferdestall standen und ein Schmied die Pferde beschlug.

„Gott sei Dank, es ist nur der Schmied.“ seufzte Hannah erleichtert. „Wo kommt ihr denn her?“ fragte der Schmied die beiden. „Die haben den Geheimgang vom Schloss gefunden!“, antwortete der Stallbursche an ihrer Stelle. Hannah und Felix schauten dem Schmied noch ein wenig zu und gingen dann über den Rasen zurück zum Schloss. Nach der ganzen Aufregung waren sie so müde, dass sie Ihren Eltern eine gute Nacht wünschten und ins Bett fielen.

Sie träumten von Spinnen, Mäusen, Monstern und Geistern.

Anna Triches

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